Kohlenstofffrei 2050: Saint-Gobain Abrasives wird naphthalinfrei

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Die Bekämpfung des Klimawandels erfordert die konsequente Verringerung des CO2-Ausstosses der Volkswirtschaften. Für Saint-Gobain ist das Ziel ganz klar: Bis 2050 dürfen wir nicht mehr Kohlenstoff in die Atmosphäre einbringen als wir aufnehmen.

Wir müssen klimaneutral werden!

Diese Verpflichtung steht im Einklang mit unseren langjährigen Anstrengungen, unsere Umwelteinflüsse zu reduzieren. Entsprechend bieten wir unseren Kunden Lösungen, mit denen sie dazu beitragen ihren CO2-Ausstoss und ihren eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. MAKING THE WORLD A BETTER HOME. – unsere „Null Kohlenstoff“-Verpflichtung ist auch eine konkrete Maßnahme, abgeleitet aus unserem Ziel, die Welt zu einem besseren Zuhause zu machen.

Auf dem Weg dorthin werden wir eine Reihe von Ansätzen verfolgen, um unsere direkten Emissionen an unseren Standorten (Kategorie 1), die indirekten Emissionen, die hauptsächlich mit der Nutzung von Strom verbunden sind (Kategorie 2), sowie die Emissionen vor- und nachgelagerter Bereiche unserer Wertschöpfungskette (Kategorie 3) zu reduzieren. Zu diesen Ansätzen gehören die Produktentwicklung und neue Materialzusammensetzungen, die Steigerung der Energieeffizienz industrieller Prozesse, die Umstellung unseres Energiemix auf kohlenstoffarme und erneuerbare Energien, die Zusammenarbeit mit Rohstofflieferanten und Spediteuren, um deren Emissionen zu senken, und schließlich die Untersuchung von Lösungen zur Kohlenstoffabscheidung und -einlagerung für die verbleibenden Emissionen.

Für das Erreichen unserer Ziele haben wir klare Schritte definiert: als erstes die Reduktion der Emissionen aus den Kategorien 1 und 2 bis 2025. Anschließend legen wir weitere Meilensteine für eine umfassendere und noch ehrgeizigere Reduktion bis 2030 fest.

Verwendung von weniger kohlenstoffintensiven Rohstoffen – Suche nach nachhaltigeren Ersatzstoffen

Naphthalin wird seit Jahrzehnten von der Schleifmittelindustrie als Porenbildner bei der Herstellung von keramisch gebundenen Schleifmitteln eingesetzt. Bei Saint-Gobain Abrasives wurde es in verschiedenen Produkten eingesetzt, unter anderem für Norton Poros 2-Produkte, deren spezielle Porosität eine hohe Produktivität für Schlüsselmärkte wie die Luft- und Raumfahrt und industrielle Gasturbinen ermöglicht hat. Den vielen technischen Vorteilen, die der Einsatz von Naphtalin mit sich brachte und die sehr offene und poröse Schleifscheiben ermöglichten, standen potenzielle Gesundheits- und Umweltrisiken gegenüber, die wir vermeiden wollten.

In der Schleifmittelindustrie werden seit Jahrzehnten Ersatzstoffe erprobt, aber Naphthalin erwies sich als äußerst schwierig zu ersetzen. In den letzten Jahren wurden jedoch neue Ansätze erprobt. Anstatt zu versuchen, Naphthalin durch ein anderes Material zu ersetzen, hat Saint-Gobain Abrasives die radikale und ganzheitlich orientierte Entscheidung getroffen, unsere Schleifscheibentechnologie völlig neu zu entwickeln. Neue Verfahren, neue Korntechnologie, neue Produktionstechniken und neue Rohstoffe wurden entwickelt. Nach strengen Qualitätstests in unseren Schleifzentren und in Zusammenarbeit mit Universitäten, in externen Testeinrichtungen und durch Validierungstests bei Schlüsselkunden mit hochsensiblen Werkstücken waren wir zuversichtlich, dass wir die richtige Technologie gefunden haben, um „naphthalinfrei“ zu werden.

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Neue Produkttechnologien wurden eingeführt, darunter Norton Vitrium3 Creepfeed, Norton Vortex 2 und Norton Quantum X, und Anfang 2020 wurde das nächste ehrgeizige Ziel gesetzt, Saint-Gobain Abrasives bis Ende 2020 zu einem naphthalinfreien Hersteller zu machen. Es folgte eine intensive Produkteinführungsphase, die leider durch die Corona-Pandemie gebremst wurde. Mehrere Monate gingen verloren, aber durch die sehr gute Zusammenarbeit und das Engagement unserer Teams mit unseren Kunden wurden Tausende von Produkten getestet und umgestellt, und das ursprüngliche Ziel, bis Ende 2020 naphthalinfrei zu werden, wurde erreicht. Wir konnten nicht nur ein umweltfreundlicheres Produkt entwickeln, sondern darüber hinaus unsere bisherigen, naphtalinhaltigen Produkte in puncto Performance deutlich übertreffen und damit unseren Kunden zusätzliche Vorteile bieten. Der Nettoeffekt auf unseren CO2-Fußabdruck liegt bei rund -30 %, bezogen auf die Produktionsmengen im Jahr 2019.

"Man muss sich allerdings vor Augen halten, dass die Dekarbonisierung nur als gemeinschaftliche Anstrengung erfolgreich sein kann. Sie erfordert eine Abstimmung aller beteiligten Akteure und einen gemeinsamen Ansatz, um Fortschritte zu erreichen."

Infolgedessen geht es auch um eine tiefgreifende Umgestaltung von Unternehmen und Wertschöpfungsketten – und damit auch um eine Chance für Wachstum und Innovation. Wir erfinden die Herstellung unserer Produkte und unsere industriellen Prozesse immer wieder neu und verbessern gleichzeitig die Qualität und Leistungsfähigkeit unserer Lösungen. Die Kreislaufwirtschaft fordert uns heraus, mit weniger mehr zu erreichen. Dieses Prinzip haben wir bereits verinnerlicht.

Wir wissen jedoch, dass CO2-Neutralität allein nicht ausreicht, um den Klimawandel zu stoppen. Wir müssen damit beginnen, die Technologien von morgen CO2-frei zu gestalten und in der Lage sein, sie an die zukünftigen Anforderungen eines Übergangs zu einer grünen Wirtschaft anzupassen. Noch ist es nicht zu spät – aber es ist an der Zeit, schneller zu handeln.

Xavier Orlhac Xavier Orlhac

Vice President Saint-Gobain Abrasives EMEA, Vice President FEPA